Die Digital Mars Compilertools enthalten neben dem Compiler und Linker auch die offizielle Standardbibliothek Phobos, welche besonders für Anfänger vollkommen ausreichen sollte.
Doch da es genug Leute mit größeren Ambitionen gibt hat sich schnell herausgestellt, dass Phobos nicht umfangreich genug ist, um alle Alltagsaufgaben zu meistern. Es entstand eine Gruppe von Programmierern, welche eine Alternativbibliothek namens „Tango“ entwickelt haben.
Tango hat heut zu Tage Phobos einiges voraus und man sollte sich die Bibliothek irgendwann mal genauer anschauen.
Allerdings hat Walter bereits auf diesen Misstand reagiert und Phobos in Version 2 der Sprache stark ausgebaut.
Ein weiteres Problem stellt die Lautzeitinkompatibilität der beiden Bibliotheken dar. Man muss sich also entscheiden zwischen Phobos oder Tango. Auch hier soll mit Version 2 nachgebessert werden.
Da der Wechsel zwischen Phobos und Tango etwas tiefer in die Einstellung des Compilers greift, werde ich mich hier ausschließlich auf Phobos beziehen.
Zu dem Compiler selber ist nicht viel zu sagen, solange man Phobos beibehält und sich an die Installationsanleitung hält funktioniert er für die einfachen Programme „out of the box“.
Da die Sprache D in Version 2 noch im Alphastatus ist, werde ich hauptsächlich mit Version 1 arbeiten. Doch ab und an bin ich auch verleitet mir Version 2 anzuschauen und werde dies hier entsprechend vermerken.
Also fangen wir an…
Die aktuellste Version von http://www.digitalmars.com/d/download.html runterladen. Dabei kann man ruhig auf die „latest“ Version setzen. Das Changelog empfiehlt es sich auch zu beachten.
Das Archiv entpackt man dann am besten nah an das Stammverzeichnis eurer gewählten Partition. C:\Compiler\DMD ist eine relativ gute Wahl! Vermeidet Leerzeichen und andere Sonderzeichen bei der Ordnernamenswahl!
Nach dem Entpacken findet man im DMD-Hauptordner folgende Ordnerstruktur vor:
Wie man sieht gibt es die Compiler bereits für Linux (zum Download wird auch ein “.deb“ Installationspaket angeboten!), MacOs und FreeBSD. Hier wird aber nur Bezug auf die Windows Version genommen (Für die anderen Betriebssysteme könnten später auch Anleitungen folgen).
Die Compilertools haben keine graphische Oberfläche und sind deshalb nur über z.B. den Kommandozeileninterpreter von Windows „anständig“ zu bedienen. Zuvor muss man Windows allerdings den Pfad zur Compilerdatei (also zum o.g. bin-Ordner, indem die dmd.exe Datei liegt) bekannt machen. Erst dann kann man die dmd.exe Datei von jedem beliebigen Ordner, in dem man gerade mit der Kommandozeile ist, aufrufen.
Die folgende Vorgehensweise wurde auf einem Windows 7 System vollzogen, ist aber auch unter Windows Vista und Windows XP weitestgehend identisch.
Um die Pfadvariable bequem anzupassen ruft man die Systemsteuerung z.B. so Start (Taskleiste) → Systemsteuerung → System auf und sucht nach den Erweiterten Systemeinstellungen (Bei Windows 7 oben links).
Dort angelangt drückt man auf Systemumgbungsvariablen:
Dann auf Neu um eine neue Systemvariable zu erstellen:
Jetzt gibt man im Feld Varialben Name z.B. DMD und im Feld Varialben Wert den Pfad zum windows\bin Ordner der DMD Compilertools ein:
Dann mit OK bestätigen.
Zurück im Systemvariablen-Dialog findet man nun die Variable DMD in der Systemvariablenliste aufgeführt.
Jetzt sucht man die Path Variable aus der Liste raus, markiert sie und drückt Ändern:
Hier navigiert man bis an das Ende der Variablen Wert Zeile und fügt ganz rechts die eben neu erstelle DMD Variable mittels %DMD% dran.
Vor der DMD Variable muss auf jeden Fall ein Semikolon ; stehen, denn das ist das Trennzeichen zwischen den Variablen und Werten in dieser Zeile.
Überprüfen sollte man außerdem dass keine zwei Semikolons versehentlich eingefügt wurden.
Anstelle der Variable %DMD% könnten wir auch einfach den Pfad zum bin-Ordner ans Ende der Path-Zeile anfügen. Doch das macht die Path-Variable irgendwann riesig und nur schwer zu editieren. Will man z.B. den Pfad zum bin Ordner ändern, weil man sich für eine andere Ordnerstruktur entschieden hat, so muss man in der Path-Varialbenwert Zeile rumsuchen. Mit der hier vorgestellten Methode muss man nur die DMD-Variable an sich ändern. In die Path-Variable wird sie dann automatisch eingefügt.
Das Ergebnis sieht dann in etwa so aus:
Wieder mit OK bestätigen und wir sind fertig.
Rechtschreib- und Grammatikfehler finden! :)
Hat man die Compilertools runterlgeladen, entpackt und die Systempfadvariable korrekt auf den Compiler-Pfad eingerichtet, so kann es eigentlich auch schon mit dem D-Programmieren losgehen.
Da es sich bei den Compilertools wie oben erwähnt um Kommandozeilenprogramme handelt öffnet man die Kommandozeile z.B. über das Startmenü → Ausführen in gibt dort cmd ein. Oder man sicht im Startmenü → Alle Programme → Zubehör nach Kommandozeile oder CMD. Oder, wie bei Vista und Windows 7 möglich, gibt man einfach im Startmenü in die Suchleiste cmd ein. Es erscheint die Kommandozeile:
Um zu überprüfen, ob der DMD-Compiler richtig in der Path-Variable eingetragen ist tippt man nun einfach dmd in die Kommandozeile und drückt die Enter-Taste:
Oben, eine Zeile unterhalb des dmd Aufrufs, sieht man die Versionsnummer (hier v1.043). Außerdem wird eine Liste aller Aufrufparameter gelistet mit denen wir uns zur gegebener Zeit beschäftigen werden.
Zeit für unser erstes Programm!
Erstellt euch in einem Ordner eurer Wahl (aber am besten einem, zu dem der Pfad ohne Leerzeichen und Sonderzeichen ist - Gut: C:\MeineProjekte\AnfaengerTutorials\HalloWelt - Schlecht: C:\Meine Projekte\Anfängertut.\HalloWelt) eine neue Textdatei z.B. mit dem Editor. Achtet beim abspeichern darauf die Datei nicht als .txt Datei, odern als .d Datei zu speichern. Als Enkodierung würde ich UTF-8 empfehlen. Also etwa:
Kopiert nun folgenden Quelltext in eure neue d-Datei und speichert sie ab:
module HalloWelt;
import std.stdio;
void main(){
writefln("Hallo Welt!\n");
}
Nun öffnet ihr die Kommandozeile und navigiert zu eurem Quelltextordner. Nachfolgendes Bild zeigt, wie man von der Partition C: zu meinem Quelltextordner auf Partition D: navigiert, indem die Hallo Welt .d-Datei liegt. Des Weiteren sieht man, wie das oben gezeigte kleine Testprogramm kompiliert und ausgeführt wird.
Die DMD Compilertools werden ständig weiterentwickelt und so sollte man sie auch ab und zu aktualisieren, um Kompatibilitätsprobleme mit Bibliotheken zu vermeiden, sowie fehlerbereinigte Compilertools zu erhalten.
Die Aktualisierung der reinen DMD Compilertools ist nicht sonderlich schwer.
Ladet, wie im Abschnitt Download und Installation beschrieben, die Tools runter, entpackt sie und kopiert den Ordner einfach in den bereits vorhandenen DMD-Compilertools Ordner, wobei ihr alle Dateien überschreibt.
Sauberer ist es natürlich vorher den vorhandenen Compilertools-Ordner zu löschen und mit dem neuen Ordner zu ersetzen, da in neueren Versionen vielleicht einige Dateien überflüssig geworden sind und als Dateileichen nur unnötig Speicherplatz rauben.
Hat man für eine frühere Version die Pfad-Variable, wie im Abschnitt Konfiguration beschrieben, richtig gesetzt, so muss man an dieser Variable nichts verändern.